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Գերմանիայում
Հայ
Դեմոկրատների
Նախաձեռնության
Հայտարարությունը
Demokratie und Rechtsstaatlichkeit statt Gewalt und Unterdrückung!
Bei den am 19.
Februar 2008 durchgeführten Präsidentschaftswahlen hat Serge Sarksyan aufgrund
von massiven Manipulationen über 52% der Stimmen erhalten. Die Bevölkerung
Armeniens ist aber nicht bereit, diesen Wahlbetrug zu akzeptieren.
Die Erklärung der Wahlbeobachter des Europäischen Parlaments und der OSZE,
wonach die Wahlen „weitgehend in Einklang mit internationalen Standards“ erfolgt
seien, ist nichts anderes als eine Verhöhnung des um sein freies Wahlrecht
betrogenen Volkes. Sie bedeutet zugleich auch eine Täuschung der internationalen
Öffentlichkeit. Die Bevölkerung Armeniens hat angesichts des Versagens der
Wahlbeobachter, kein Vertrauen mehr in diese Institutionen.
Als Reaktion gegen die Wahlfälschung kam es kurz nach Bekanntgabe der
Stimmergebnisse durch die zentrale Wahlkommission zu großen Protestkundgebungen,
an denen sich Zehntausende von Bürgern in Yerevan beteiligten. Innerhalb weniger
Tage wuchs die Zahl der Protestierenden auf weit über 100.000 an. Die Bürger
Armeniens haben durch ihren entschlossenen und friedlichen Protest gezeigt, dass
sie nach mehreren gefälschten Wahlen nicht mehr bereit sind, dies
widerspruchslos hinzunehmen.
Der Versuch, durch die Verhaftung von prominenten Oppositionellen die sich immer
mehr ausbreitende Bewegung einzudämmen und die Bürger einzuschüchtern, blieb
ohne Wirkung.
Die Regierung hat sich in dieser Situation leider dazu entschlossen, den
friedlichen Kundgebungen ein gewaltsames Ende zu setzen. Um das Vorgehen der
Sicherheitskräfte zu rechtfertigen wurden verschiedene Provokationen inszeniert.
Die Teilnehmer der Protestaktionen haben ihr möglichstes getan, um einer
gewalttätigen Eskalation vorzubeugen. Trotzdem ist es zu den schrecklichen
Ereignissen am 1. März gekommen, bei denen allein nach offiziellen Angaben
mindestens 8 Menschen starben. Nach Berichte von Augenzeugen aus Yerevan soll
die tatsächliche Zahl der Getöten mehr als 50 betragen.
Vor 19 Jahren hat das Volk die Unabhängigkeit erkämpft. Heute kämpft das Volk
dafür, dass im Land endlich Demokratie und Rechtsstaatlichkeit herrschen, dass
Willkür, Korruption und Vetternwirtschaft ein Ende finden. Wenn das Recht auf
freie und faire Wahlen nicht eingehalten wird, so hat das Volk keine andere
Wahl, als durch Kundgebungen seinen Forderungen Nachdruck zu verschaffen. Mit
ihrem gewaltsamen Vorgehen und der anschließenden Abschaffung der Bürgerrechte
hat die Regierung sich gänzlich von der Bevölkerung entfremdet.
Das Volk hat ein Anrecht darauf, endlich unter demokratischen und
menschenwürdigen Bedingungen zu leben. Es hat ein Recht auf faire, demokratische
Wahlen. Wir erklären hiermit unsere volle Solidarität mit den Bürgern Armeniens,
die um ihre demokroatischen Rechte kämpfen. Wir verurteilen die massive
Einschränkung der Menschenrechte und der Meinungs- und Pressefreiheit. Wir
fordern die sofortige Aufhebung des Ausnahmezustands, die Freilassung aller
politischen Gefangenen und eine Aufklärung der Umstände, die zum Tod von
zahlreichen unschuldigen Menschen geführt haben. Jede Art von Gewalt von
Armeniern an Armeniern sät Zwietracht und Feindschaft in der Bevölkerung. Die
gewaltsame Unterdrückung oppositioneller Kräfte, die Einführung des
Ausnahmezustands und die Abschaffung bzw. massive Einschränkung der Meinungs-
und Pressefreiheit kann vielleicht vorüberehend zu „Herrstellung von Ruhe und
Ordnung“ dienen, doch die grundsätzlichen Probleme werden dadurch nicht wirklich
gelöst werden.
Initiative Armenischer Demokraten in Deutschland
05.
März 2008 |